|
Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam MVZ GbR ![]() |
Für Einsender > Laborinformationen
Keratokonjunktivitis epidemica durch Adenoviren Adenoviren gehören in die Gruppe der Adenoviridae. Diese DNA-Viren sind sehr umweltresistent und bei Zimmertemperatur teilweise über Wochen infektiös. Vorkommen: Sie sind weltweit verbreitet, ohne jahreszeitliche Häufungen. Nicht selten kommt es in augenärztlichen Praxen und Kliniken zu gehäuftem Auftreten bis hin zu Kleinepidemien. Übertragung: Die Keratokonjunktivitis wird durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen, durch z. B. kontaminierte Gegenstände, Instrumente, Tropfpipetten, Handtücher, Hände des Personals sowie Augenlösungen. Übertragung durch kontaminiertes Schwimmbadwasser ist möglich. Auch eine Direktübertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch das Augensekret. Inkubation: ca. 5 - 12 Tage Die Ansteckungsmöglichkeit besteht in der Regel während der Erkrankung bis zu 2 Wochen. Symptomatik: Die epidemische Keratokonjunktivitis kann plötzlich mit Rötung, Bindehautschwellung und präaurikulären Lymphknotenschwellungen auftreten. Subjektive Beschwerden wie Fremdkörpergefühl, Lichtscheu, Juckreiz und Tränenfluss treten auf. Des Weiteren kann es im Verlauf der Erkrankung zu einer Beteiligung der Kornea kommen. Die Konjunktivitis klingt im Allgemeinen in der 2. - 4. Woche ab. Sie tritt am häufigsten als nosokomiale Infektion auf. Das Pharyngokonjunktivalfieber tritt epidemisch bei Kindern auf und ist durch eine Pharyngitis, Rhinitis, zervikale Lymphadenopathie, Fieber und milder verlaufender follikulärer Konjunktivitis gekennzeichnet. Die follikuläre Konjunktivitis tritt sporadisch oder epidemisch bei Kindern und jungen Erwachsenen auf mit mildem Verlauf. Es kommt hierbei zu einer Konjunktivitis beider Augen mit periaurikulären Lymphknotenschwellungen. Diagnostik: Der Nachweis kann erfolgen durch: - PCR - Virusisolierung in Zellkulturen - Antigennachweis - Antikörpernachweis (zur Diagnosesicherung sind 2 Blutentnahmen erforderlich) Wichtig ist hierbei immer die Materialentnahme, da ausreichend Epithelzellen abgetragen werden sollten. Der dafür benötigte Tupfer sollte mit steriler, physiologischer NaCl-Lösung angfeuchtet werden, bitte keine Abstrichtupfer verwenden, die ein Transportmedium enthalten! Nach Materialentnahme bitte in die beigefügte Hülle legen. Es besteht die Möglichkeit, dass der Patient direkt in unser Labor zur Entnahme kommt. Therapie: Eine spezielle Therapie gibt es nicht, es kann nur symptomatisch behandelt werden. Hygienische Maßnahmen: Zur Vermeidung der Übertragbarkeit sind Hygie-nemaßnahmen notwendig z. B.: - eine ordnungsgemäße Desinfektion der Hände u. Instrumente sollte beachtet werden; Schutzhandschuhe sind zu tragen. - bei der Applikation von Augensalben und Augentropfen aus Tropfflaschen ist besondere Vorsicht geboten, z. B. eigene Tropfpipetten für jeden Patienten zur Vermeidung von Übertragungen von einem Patienten zum nächsten durch kontaminierte Medikamente. - in Gesundheitseinrichtungen sollte ein entsprechendes Hygieneregime festgelegt werden. Sowohl Personal als auch Patienten sind als infektiös anzusehen. Nach § 7/(1) IfSG ist nur der direkte Adenovirusnachweis in Konjunktivalabstrichen meldepflichtig. Da Sie bei V. a. Keratokonjunktivitis epidemica die Ausnahmekennziffer 32006 verwenden können, belastet diese Untersuchung nicht Ihr Laborbudget. Material: mit steriler, physiolog. Kochsalzlösung angefeuchteter Abstrichtupfer Abstrichröhrchen mit gelhaltigem Medium sind nicht geeignet. Kosten: GOÄ 4780 52,46 € GOÄ 4783 29,14 € GOÄ 4785 17,49 € Stand: Januar 2009 (Laborinformation März 2009) Schnellzugriff Kontakt Impressum |





