Für Einsender > Laborinformationen

Keratokonjunktivitis epidemica durch Adenoviren

Adenoviren gehören in die Gruppe der Adenoviridae. Diese DNA-Viren sind sehr umweltresistent und bei Zimmertemperatur teilweise über Wochen infektiös.
 
Vorkommen:
Sie sind weltweit verbreitet, ohne jahreszeitliche Häufungen. Nicht selten kommt es in augenärztlichen Praxen und Kliniken zu gehäuftem Auftreten bis hin zu Kleinepidemien.

Übertragung:
Die Keratokonjunktivitis wird durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen, durch z. B. kontaminierte Gegenstände, Instrumente, Tropfpipetten, Handtücher, Hände des Personals sowie Augenlösungen. Übertragung durch kontaminiertes Schwimmbadwasser ist möglich. Auch eine Direktübertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch das Augensekret.

Inkubation: ca. 5 - 12 Tage
Die Ansteckungsmöglichkeit besteht in der Regel während der Erkrankung bis zu 2 Wochen.

Symptomatik:
Die epidemische Keratokonjunktivitis kann plötzlich mit Rötung, Bindehautschwellung und präaurikulären Lymphknotenschwellungen auftreten. Subjektive Beschwerden wie Fremdkörpergefühl, Lichtscheu, Juckreiz und Tränenfluss treten auf. Des Weiteren kann es im Verlauf der Erkrankung zu einer Beteiligung der Kornea kommen. Die Konjunktivitis klingt im Allgemeinen in der 2. - 4. Woche ab. Sie tritt am häufigsten als nosokomiale Infektion auf.
Das Pharyngokonjunktivalfieber tritt epidemisch bei Kindern auf und ist durch eine Pharyngitis, Rhinitis, zervikale Lymphadenopathie, Fieber und milder verlaufender follikulärer Konjunktivitis gekennzeichnet.
Die follikuläre Konjunktivitis tritt sporadisch oder epidemisch bei Kindern und jungen Erwachsenen auf mit mildem Verlauf. Es kommt hierbei zu einer Konjunktivitis beider Augen mit periaurikulären Lymphknotenschwellungen.

Diagnostik:
Der Nachweis kann erfolgen durch:
- PCR
- Virusisolierung in Zellkulturen
- Antigennachweis
- Antikörpernachweis (zur Diagnosesicherung sind 2 Blutentnahmen erforderlich)
Wichtig ist hierbei immer die Materialentnahme, da ausreichend Epithelzellen abgetragen werden sollten. Der dafür benötigte Tupfer sollte mit steriler, physiologischer NaCl-Lösung angfeuchtet werden, bitte keine Abstrichtupfer verwenden, die ein Transportmedium enthalten! Nach Materialentnahme bitte in die beigefügte Hülle legen. Es besteht die Möglichkeit, dass der Patient direkt in unser Labor zur Entnahme kommt.

Therapie:
Eine spezielle Therapie gibt es nicht, es kann nur symptomatisch behandelt werden.

Hygienische Maßnahmen:
Zur Vermeidung der Übertragbarkeit sind Hygie-nemaßnahmen notwendig z. B.:
- eine ordnungsgemäße Desinfektion der Hände u. Instrumente sollte beachtet
  werden; Schutzhandschuhe sind zu tragen.
- bei der Applikation von Augensalben und Augentropfen aus Tropfflaschen ist
  besondere Vorsicht geboten, z. B. eigene Tropfpipetten für jeden Patienten zur
  Vermeidung von Übertragungen von einem Patienten zum nächsten durch
  kontaminierte Medikamente.
- in Gesundheitseinrichtungen sollte ein entsprechendes Hygieneregime 
  festgelegt werden. Sowohl Personal als auch Patienten sind als infektiös
  anzusehen.

Nach § 7/(1) IfSG ist nur der direkte Adenovirusnachweis in Konjunktivalabstrichen meldepflichtig. Da Sie bei V. a. Keratokonjunktivitis epidemica die Ausnahmekennziffer 32006 verwenden können, belastet diese Untersuchung nicht Ihr Laborbudget.

Material:
mit steriler, physiolog. Kochsalzlösung angefeuchteter Abstrichtupfer
Abstrichröhrchen mit gelhaltigem Medium sind nicht geeignet.

Kosten:     GOÄ 4780     52,46 €
                 GOÄ 4783     29,14 €
                 GOÄ 4785     17,49 €

Stand: Januar 2009

(Laborinformation März 2009)

Suche

Kontakt
Institut für Medizinische
Diagnostik
Berlin-Potsdam MVZ GbR
Friedrich-Ebert-Str. 33
14469 Potsdam
T: (0331) 280 95 0
F: (0331) 280 95 99
email