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Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA)

Was ist MRSA?
MRSA ist ein methicillin-resistenter Staphylococcus aureus der u.a. Infektionen der Haut und Hautanhangsgebilde (z.B. Furunkel, Mastitis, Wundinfektion), Osteomyelitis, Pneumonie, Endokarditis, Sepsis und Toxic-Shock-Syndrom hervorrufen kann. MRSA besitzen das mecA-Gen. Sie sind dadurch unempfindlich gegenüber β-Lactamantibiotika (z.B. Penicillinen, Cephalosporinen). In den letzten Jahren wurden – insbesondere in den Krankenhäusern – multi-resistente MRSA gefunden, die zusätzlich noch u.a. gegen Makrolide, Lincosamide und Gyrasehemmer resistent sind. Aus dem ambulanten Bereich wird selten, aber zunehmend häufiger eine Variante des MRSA isoliert, den man als community-acquired MRSA (CA-MRSA) bezeichnet. Der CA-MRSA fällt durch seine Methicillinresistenz auf, ist aber gegenüber vielen Antibiotika empfindlich. Er besitzt jedoch häufig den Virulenzfaktor PVL (Panton-Valentin-Leukozidin), der ihn befähigt, schwerwiegende Erkrankungen wie tiefe Haut- und Weichteilinfektionen, fulminante Pneumonien und sogar septische Krankheitsbilder wie Waterhouse-Friedrichson-Syndrom zu verursachen. Wie bei allen Infektionen mit mehrfach resistenten Bakterien führt eine MRSA-Infektion zu deutlich verlängerten Liegezeiten, der Notwendigkeit des Einsatzes von Reserveantibiotika (z.B. Vancomycin, Linezolid), einem erhöhten diagnostischen, pflegerischen und hygienischen Aufwand und damit verbunden zu einer Kostenexplosion.

Vorkommen und Übertragungswege
Das Bakterium Staphylococcus aureus kolonisiert die Haut und Schleimhäute des Menschen. Besiedelungsbereiche sind Nasenvorhof und Rachen, Axila, Stirn-Haargrenze und seltener Rectum, Kolon und Vagina. Eine Kolonisierung wird häufig bei hospitalisierten und immunsupprimierten Patienten beobachtet, wobei der Erreger auch nach Krankenhausaufenthalt nachweisbar sein kann. Diese Tatsache ist bei einer weiteren Betreuung der Patienten durch niedergelassene Praxen zu beachten, da die Übertragung durch direkten Kontakt geschieht. Beachtenswert ist die hohe Widerstandskraft des Staphylococcus aureus gegenüber Trockenheit und Wärme, weshalb dieser Keim bis zu Monaten auf Oberflächen lebensfähig bleibt.

Maßnahmen
Die entscheidenden Maßnahmen beim Umgang mit MRSA-infizierten oder –kolonisierten Patienten und MRSA-kontaminertem Material:
frühzeitige Erkennung von MRSA-Stämmen (MRSA-Screening)
• strikte Einhaltung der Hygienemaßnahmen (insbesondere Hände- und
  Flächendesinfektion)
• sofortige Information und Schulung des Personals (Heimpflege, ambulante
  Hauskrankenpflege), Patienten sowie möglichen weiteren Kontaktpersonen
  (Praxis, Angehörige).
Ambulant operierende Praxen sind nach § 23 Infektionsschutzgesetz verpflichtet, MRSA-Fälle zu erfassen und zu dokumentieren.

Therapie/Eradikation/Kontrollen
Nur MRSA-infizierte Patienten werden systemisch behandelt. Bei kolonisierten Patienten wird eine Eradikation der Besiedlung des MRSAs empfohlen. Im Nasenvorhof wird dies mit Hilfe von Mupirocin (z.B. Turixinsalbe) vorgenommen. Der Erfolg ist jedoch nicht immer gewährleistet. Nach Eradikation oder systemischer Therapie einer Infektion mit MRSA sollten Kontrollen frühestens 3 Tage (am besten nach einer Woche) nach Behandlungsende erfolgen. Ein einzelner Abstrich gilt als Momentaufnahme und ist wenig aussagekräftig; drei Abstriche in drei aufeinanderfolgenden Tagen sind empfohlen.
 
Abnahmebedingungen
kombinierter Nasen-Rachen-Abstrich (zuerst der Rachenabstrich danach der
  tiefe Nasenabstrich - wenn möglich beide Nasenlöcher)
• bei Verdacht auf MRSA-Kolonisation im Wundbereich (z.B. Dekubitus) →
  Abstrich mit Berührung mehrerer Stellen der Wunde - insbesondere des
  Randes. Dazu ist ein weiterer kombinierter Nasen-Rachen-Abstrich zu emp-
  fehlen, um den eventuellen Herd zu identifizieren (Nase-Rachen-Wunde).
• Der Transport ins Labor sollte möglichst zügig erfolgen.

Das Medizinische Labor Potsdam bietet folgende Untersuchungen an:

1) MRSA Screening       ohne Anreicherung ohne Antibiogramm 
                                     EBM 32151       1,15 € 
                                            32761       4,60 €     gesamt:   5,75 € 

                                     GOÄ 4530        4,66 € 
                                            4546         6,99 €     gesamt: 11,65 € 

    Erweiterte MRSA-Untersuchung mit Anreicherung
    (15 % höhere Sensitivität) und Antibiogramm 
                                     EBM 32726       6,60 € 
                                            32761       4,60 € 
                                            32762       8,90 €     gesamt: 20,10 € 

                                     GOÄ 4538 x 2 13,98 € 
                                             4546        6,99 € 
                                             4614      14,57 € 
                                             4530        4,82 €     gesamt: 40,36 €

2) MRSA PCR aus der Kultur 
                                     GOÄ 4780 
                                             4783 
                                             4785 x 2                gesamt: 116,58 €

3) Mupirocin Resistenz und PVL-Virulenzfaktor 

                auf Anfrage


Material: Abstrichtupfer mit Transportmedium

Änderungen vorbehalten!

(Laborinformation Mai 2006)

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