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Humane Papillomviren
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Was sind Humane Papillomviren (HPV)?

Humane Papillomviren sind ubiquitär verbreitet, infizieren Epithelien des Menschen und können verschiedene Erkrankungen auslösen: cervikale intraepitheliale Neoplasien, Karzinome und Condylome.

Ca. 130 HPV-Typen sind bekannt, darunter gelten ca. 20 als hochriskant (high-risk-HPV, HR-HPV) für eine Karzinomentwicklung. 18 Niedrigrisiko-Typen (low-risk-HPV, LR-HPV) sind mit Condylombildung (selten invasiv wachsend) assoziiert.

Welche Erkrankungen können HPV hervorrufen?

1. Genitalbereich der Frau
Infektionen des Genitaltrakts mit humanen Papillomviren sind häufig. Diese sind zunächst harmlos, da es oft nur zu einer transienten Infektion kommt. Es kann bei ca. 50% der jungen Frauen im Alter zwischen 15-25 Jahren eine HPV-Infektion nachgewiesen werden. Bei vielen dieser Infektionen lassen sich verschiedene HPV-Typen gleichzeitig nachweisen.

Persistiert eine cervikale HPV-Infektion über mehr als 18 Monate mit demselben HPV-Typ, kann dies zu einer Dysplasie und später zu einer Neoplasie-/Karzinom-Entwicklung führen. Die HPV-Infektion ist eine obligate und die einzige (monokausale Ätiologie) Voraussetzung zur Entwicklung des Zervixkarzinoms. In 99,6% aller Zervixkarzinome ist HPV nachweisbar. Dabei vermitteln die HPV-Typen 16 und 18 ein 10 bis 20fach erhöhtes Risiko für eine hochgradige Krebsvorstufe (CIN3) im Verlauf von 10 Jahren. Die Läsionen entstehen in den meisten Fällen in der Transformationszone am äußeren Ostium des Zervikalkanals.

Darüber hinaus können im gesamten Genitalbereich Condylome auftreten. Obwohl sie selten invasiv werden, können sie sehr lange persistieren und stellen eine hohe physische und psychische Belastung dar.

2. Uro-Genitalbereich des Mannes
HR-HPV Infektionen bei Männern sind meist inapparent und führen nur in seltenen Fällen zu Karzinomen am Penis. Genitalwarzen treten vergleichbar häufig bei beiden Geschlechtern auf. Urethrale Condylome sind beim Mann häufiger.

3. Anus und Rektum
In der Transformationszone an der Linea dentata im Analkanal können sich HPV-assoziierte Analkarzimone entwickeln. Besonders bei HIV-infizierten Patienten nehmen die durch HPV hervorgerufenen analen Läsionen deutlich zu. Auch bei Personen, die rezeptiven analen Verkehr praktizieren, ist die Inzidenz der HPV-positiven Analkarzinome erhöht.

4. Kopf-Halsbereich
HPV-Infektionen sind mit Larynxpapillomatose (LR-HPV) und Tonsillenkarzinomen (HR-HPV) assoziiert. Die Genese von Karzinomen im Kopf-Halsbereich (Head and Neck Squamous Cell Carcinoma - HNSCC) ist multifaktoriell, aber über 50% aller Tonsillen- und Zungengrundkarzinome sind positiv für HPV. Dabei sind HPV 16 und 18 die am häufigsten nachgewiesenen Virustypen.
Das HPV-HNSCC zeigt bestimmte Merkmale, wie ein frühes Auftreten, höhere Wahrscheinlichkeit von Lymphknotenmetastasen (dort auch Nachweis von HPV-DNA) und geringe Assoziation zu Alkohol- und Tabakkonsum. Molekularpathologisches Merkmal ist ein gering differenziertes, nicht verhornendes Plattenepithelkarzinom.
Patienten mit HPV-assoziiertem HNSCC haben eine bessere Prognose mit geringerer krankheits-spezifischer Mortalität.

HPV-Typisierung

Vor diesem Hintergrund bietet das IMD Berlin in enger Zusammenarbeit mit PD Dr. A. Kaufmann aus dem gynäkologischen Labor der Charité eine erweiterte HPV-Genotypisierung an. Dabei können aus dem Abstrichmaterial folgende HPV-Typen identifiziert werden:

HR-HPV – 16, 18, 26*, 31, 33, 39, 45, 51, 52, 53*, 56, 58, 59, 66*, 68,
               73, 82
               * high-risk nicht definiert
LR-HPV  – 6, 11, 42, 43, 54, 57, 70, 72

Als Qualitätskontrolle dient der Nachweis von zellulärem ß-Globin, da HPV zellulär gebunden ist.
Die Typisierung ermöglicht die zeitliche Nachverfolgung der Infektion, z.B. den Nachweis des Verschwindens des verursachenden HPV-Typs nach Therapie.

Onkogene E6/E7-mRNA

Die HPV-Gene E6 und E7 kodieren für Onkoproteine, die zur Transformation der Wirtszelle und deren unkontrollierte Proliferation führen. Bei transienten Infektionen ist die Expressionsrate niedriger als bei einer persistierenden Infektion. Der Nachweis von onkogener E6/E7-mRNA scheint ein geeigneter Indikator für das Risiko einer vorliegenden hochgradigen Infektion zu sein.
 
Erforderliche Materialien für die HPV-Genotypisierung und den mRNA-Nachweis

• Material für Dünnschichtzytologie (geeignet für den mRNA-Nachweis)
   z.B. PreTect TM, Thinprep oder PreservCyt

• Abstriche (sind nicht geeignet für den mRNA Nachweis)
   - z.B. Cervix-Brush für den Zervixabstrich
   - (trockene) Schleimhaut-Abstriche aus dem HNO- und Anal-Bereich
   - bei penilen Abstrichen (trockener Abstrich oder Bürstchen) die Haut vorher
     anrauen (sterile Nagelfeile, Sandpapier), damit humane Zellen gelöst 
     werden

• Biopsien (auch geeignet für den mRNA-Nachweis)

Voraussetzung: Es müssen humane Zellen im Material sein!

Abrechnung

HPV-Genotypisierung
GOÄ (1.15 fach) als erweiterte Vorsorge              € 113,96
IGeL (1.0 fach) als erweiterte Vorsorge                €  46,63
EBM bei auffälliger Zytologie oder Z.n. Op.           €  34,40

mRNA
GOÄ (1.15 fach) als erweiterte Vorsorge               €  53,62

Ergbnisse aus der HPV-Typisierung Juli-Dezember 2010

(Diagnostik-Info 269, Stand: Oktober 2011)


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