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Pertussis Keuchhusten
Der Erreger von Bordetella pertussis, parapertussis (humanpathogen), bronchoseptica und Bordetella avium (tierpathogen Warmblüter) ist ein kleines unbewegliches bekapseltes Bakterium. Infektionen mit Bordetella bronchoseptica treten sehr selten auch bei Menschen, vorwiegend bei Tierkontakt, auf. Der Erreger kann eine Vielzahl von Toxinen und Virulenzfaktoren bilden, wie filamentöses Hämaglutinin FHA und Pertussistoxin PT (im Pertussisblot vorhanden). Er wird aerogen übertragen (Tröpfcheninfektion). Die gramnegativen Stäbchen heften sich an Flimmerepithelien der Bronchien und lösen dort durch Toxinwirkung eine Oberflächeninfektion aus. Durch die Toxine können auch Gewebeschäden auftreten. Die Inkubation beträgt 7 - 20 Tage, es besteht eine hohe Kontagiosität. Ungeimpfte Säuglinge haben die höchste Gefährdung und bei Erkrankung die höchste Letalitätsrate. Die Ansteckungsgefahr beginnt am Ende der Inkubationszeit und hat ihren Höhepunkt in den ersten beiden Wochen der Erkrankung. Nach 5 - 7 Tagen Therapie sinkt die Ansteckungsgefahr. Wichtige Hinweise: • Es besteht laut Meldeverordnung des Landes Brandenburg bei positivem Nachweis von Bordetella pertussis Meldepflicht. • Therapie ist sinnvoll im Stadium catharrale mit Erythromycin, Azithromycin, Roxithromycin, Clarithromycin oder Cotrimoxacol (14 Tage hohe Dosierung). • In der STIKO 2006 wird empfohlen: Impfung im Alter von 2, 3 und 4 Monaten und zwischen 11 und 14 Monaten. Neu: Auffrischung mit 5 bis 6 Jahren und zwischen 9 und 17 Jahren. • Vor Geburt eines Kindes Impfschutz für enge Haushaltskontaktpersonen überprüfen. • Weder Impfung noch durchgemachte Erkrankung garantieren lebenslange Immunität. Diagnostisches Vorgehen: Stadium catharrale grippeähnliches Früh- PCR Nasen-Rachen-Abstrich 1 – 2 Wochen Krankheitsbild, diagnose mittels PCR meistens geringes Fieber, positiv, serologischer hochinfektiös Nachweis noch negativ Die kulturelle Anzucht wurde durch die PCR verdrängt. Stadium convulsivum Stakkatohusten u. 3 – 6 Wochen Apnoe Serologischer Antikörpernachweis Elisa und Blot meistens positiv, PCR: wieder negativ Stadium decrementi abnehmende 6 – 10 Wochen Hustenanfälle Labordiagnostik: PCR Polymerase chain reaction (DNA-Nachweis) Material: trockener Tupfer ohne Medium im Röhrchen, Nasopharyngialabstrich Abrechnung: GOÄ F 4780 52,46 € EBM 32820 16,40 € GOÄ F 4783 29,14 € entfällt GOÄ F 4785 17,49 € entfällt Die PCR ist eine schnelle und sehr sensitive Methode um eine frische Infektion in 1 – 2 Tagen zu differenzieren. Empfehlung zur Durchführung einer PCR: - Verdacht auf Pertussis im Säuglings- und Kleinkindalter und in Infektionsstadien, wo noch keine serologischen Ergebnisse zu erwarten sind. - Bei unklaren serologischen Befunden zur differenzialdiagnostischen Abklärung gegenüber anderen respiratorischen Erkrankungen. - Gegebenenfalls als Umgebungsuntersuchung, um die Infektionsquelle einzugrenzen oder weiterem Ausbruch vorzubeugen. Serologischer Nachweis Antikörpernachweis: ab 15. bis 28. Tag nach Erkrankung nachweisbar Elisa IgG, IgM und IgA Antikörper Blot IgG und IgA Blot (Pertussistoxin und Hämaglutininnachweis) Der Pertussisblot ermöglicht die Unterscheidung zwischen B. pertussis und B. parapertussis. Bei B. parapertussis fehlt die Pertussistoxinbande. Bei der Erkrankung mit B. parapertussis haben die Patienten ein wesentlich geringeres Krankheitsgefühl. Bei Keuchhusten entstehen typische Veränderungen im Blutbild, Leukozytose und Lymphozytose. Differenzialdiagnostisch können bei Verdacht auf Keuchhusten zur Abklärung Parainfluenza-Viren, RSV, Adenoviren, Mykoplasma pneumoniae oder Chlamydia pneumoniae in Betracht gezogen werden. (Laborinformation Oktober 2006) Schnellzugriff Kontakt Impressum |





