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Vogelgrippe, aviäre Influenza H5N1

Was ist Vogelgrippe?
Die Vogelgrippe oder Geflügelpest ist eine von Influenza-A-Viren mit dem hochpathogenen Subtyp H5 besonders (H5N1) oder H7 verursachte Viruserkrankung. Alle Vogelarten in freier Wildbahn, Hühner, Enten, Puten und Gänse in Geflügeltierhaltung sowie Schweine, Wildkatzen und Pferde können ebenfalls infiziert werden.
Seit 5 Jahren treten verstärkt Infektionen in Asien, Indonesien und in der Türkei auf. Auch in Europa und in Deutschland wurden Infektionen festgestellt. Im Oktober 2008 wurde in einem Geflügelbetrieb in Sachsen Vogelgrippe (H5N1) diagnostiziert. Der letzte Nachweis von einem Wildvogel in Europa stammt aus dem Februar 2008 in der Schweiz. Weltweit erkrankten bislang mehr als 380 Personen nach engem Kontakt zu infiziertem Geflügel, fast alle in Südostasien. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist nur in einigen, wenigen Fällen und nach intensivem, ungeschützten Kontakt mit Erkrankten beobachtet worden.
 
Vorkommen, Verbreitung und Übertragung des Virus
Infektionen mit Influenza-A-Viren, Subtyp H5N1 kommen bisher fast ausschließlich als Zoonosen vor. Die Viren werden vom Tier auf den Menschen übertragen. Sie befinden sich in den Sekreten der Atemwege und vorrangig konzentriert im Kot infizierter Tiere.
Drei Wege der Übertragung auf den Menschen sind wahrscheinlich: 

   1. Inhalation virushaltiger Staubteilchen
   2. Tierkontakt bei mangelnder Händehygiene
   3. Verzehr roher Geflügelgerichte

Das Influenza-Virus ist hitzeempfindlich und wird bei Temperaturen über 70 Grad Celsius zerstört. Bei der Mischung von aviären und humanpathogenen Influenza-Viren im Menschen (Reassortment) besteht eine große Gefahr. Es kommt zu einem Antigenshift (Veränderung des Erbmaterials der Viren). Dadurch könnte das Virus z. B. leichter von Mensch zu Mensch übertragbar werden. Die Grippeschutzimpfung ist sehr wichtig und muss jährlich erneuert werden, da immer neue Influenza-Virus-Subtypen zirkulieren.

Symptomatik
Die Inkubation dauert 2-5 Tage. Hohes Fieber, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, Husten, Atemnot und Lungenentzündung sind Symptome der Erkrankung. Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall treten bei 50 % der infizierten Patienten auf.

Diagnostik
Liegen bei einer Erkrankung folgende 4 Kriterien vor, muss an eine Vogelgrippe gedacht werden:
     • eine epidemiologische Exposition (direkter Kontakt mit infizierten 
        Tieren, Tätigkeit auf einer Farm mit infizierten Tieren, Kontakt
        mit einem infizierten Menschen, Aufenthalt in einem zoonostisch
        betroffenen Gebiet) 
     • akuter Krankheitsbeginn
     • Fieber
     • Husten, Dyspnoe

Die Verdachtsdiagnose wird durch den Influenza-A-Antigen-Schnelltest gestellt (Influenza-A beim Menschen Subtyp H1, H2, H3). Bei einem positiven Influenza-A-Schnelltest wird ebenfalls die menschliche Grippe erfasst und laut § 7 Infektionsschutzgesetz gemeldet. Gemäß klinischer Indikation stehen zur Behandlung Neuraminidase-Hemmer zur Verfügung. Nur wenn eine epidemiologische Exposition und o.g. Kriterien vorliegen, kann die Aussage bei positivem Befund lauten: Verdacht auf Vogelgrippe. Die Bestätigung kann nur mit der PCR erfolgen. Nach Absprache wird aus dem gleichen Material (Abstrich) die Probe per Kurier von unserem Labor an das Robert-Koch-Institut geleitet.

Infektionsschutz in der Praxis
Bei Erfüllung der Falldefinition muss unbedingt auf den Infektionsschutz für das medizinische Personal bei der Probenentnahme und dem Transport geachtet wer-den, z.B. Mund-Nase-Schutz, Schutzkittel, Handschuhe, Händedesinfektion, Vermeidung des direkten Kontaktes des Betroffenen zu anderen Patienten innerhalb der Praxis (siehe auch unter Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts im Internet unter www.rki.de).
Ausnahmekennziffer 32006 nicht vergessen! (Verdacht auf meldepflichtige Erkrankungen)

Material:  1) Trockene, sterile Abstrichtupfer oder 
                2) Abstrichtupfer in max. 3ml physiolog. Kochsalz- lösung oder 
                3) Nasen-Rachenspülflüssigkeit (Spülflüssigkeit in einem 
                    Sputumröhrchen auffangen)
Abstrichröhrchen mit gelhaltigem Medium sind nicht geeignet.

Kosten:    EBM 32786      A+B       18,40 € 
                GOÄ 4644       A+B       29,14 €

Stand: Januar 2009

(Laborinformation Januar 2009)

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